Engel in der Marienkirche Stralsund
Pressemitteilung

14. September 2009
Weltkongress der Organisation der Welterbestädte (OWHC) in Ecuador
Der Weltkongress der Organisation der Welterbestädte (OWHC), zu dem sich 489 Bürgermeister und Fachleute aus 84 Welterbestädten in 45 Ländern vom 8. bis 11. September in Quito (Ecuador) trafen, stand unter dem Thema „Revitalization of Historic Centres: How to engage all social actors?”
Der Weltkongress war bereits der zehnte seit Bestehen der gemeinnützigen Nichtregierungsorganisation, die 1993 in Fez (Marokko) gegründet wurde und ein Zusammenschluss von etwa 200 Stadtzentren und Altstadtensembles mit Welterbe-Status ist.
Als Vertreter der Hansestadt Stralsund nahmen Oberbürgermeister Dr. Alexander Badrow und die Welterbe-Managerin Steffi Behrendt an dem Kongress teil.
Neben einem Workshop für Bürgermeister bestand das wissenschaftliche Tagungsprogramm aus Vorträgen, Gruppengesprächen, Podiumsdiskussionen, einer Posterpräsentation sowie der Generalversammlung und den Sitzungen der verschiedenen Regionalsekretariate der OWHC.
Die Hansestadt Stralsund brachte sich auf verschiedene Weise in die Tagung ein. So präsentierten die Stralsunder Vertreter ein Poster über die Arbeit des Gestaltungsbeirates als Instrument zur Beförderung der Baukultur.
Mit der Bewerbung um den "Jean Paul L’Allier-Preis" für Kulturerbe konnte Stralsund ebenfalls international auf sich aufmerksam machen. Der erstmals ausgelobte Preis ging an die Stadt Warschau (Polen) für die beispielhafte Illumination der historischen Stadtbefestigung.
Zur Erhöhung des Bekanntheitsgrads der Hansestadt Stralsund und zur Vertiefung des fachlichen Austausches wird die Tagung des Regionalsekretariats Nordwesteuropa der OWHC beitragen, die 2010 in der Hansestadt Stralsund stattfindet.
In der Generalversammlung präsentierte Dr. Alexander Badrow als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Stiftung Welterbe vor den Bürgermeistern und Vertretern der Welterbestädte sowie vor dem Vorstand der OWHC die Stiftungsidee. „Ziel der gemeinsam mit Wismar 2001 gegründeten Deutschen Stiftung Welterbe ist es, globale Verantwortung zu übernehmen, Positives an das Welterbe-Programm zurückzugeben und Projekte in Welterbestätten außerhalb Deutschlands mit finanziellen Mitteln und Know-how zu unterstützen.“ so Dr. Badrow.
Im Nachgang der Stiftungspräsentation konnten Kontakte zu anderen Städten mit Welterbe-Status, u.a. Valparaiso (Chile), Tunis (Tunesien), Puebla (Mexiko), Cidade Velha (Kap Verde) und Lamu (Kenia) geknüpft werden.
Die Stralsunder Delegation nahm zudem Informationen über Initiativen und Entwicklungen bei der UNESCO auf. So wird im Welterbezentrum derzeit ein Instrument erarbeitet, das Welterbestädten ermöglicht, geplante Bauprojekte und deren Auswirkungen auf den einzigartigen universellen Wert einer Welterbestätte anhand objektiver Kriterien zu prüfen.
„Wir haben gesehen, dass es neben Dresden und Köln weltweit gerade in historischen Städten eine Reihe von Entwicklungen gibt, die bei der UNESCO zu Besorgnis führen.“ so Welterbe-Managerin Steffi Behrendt. „Umso gespannter sind wir auf die derzeit in Arbeit befindlichen Empfehlungen für Historische Stadtlandschaften und die für 2010 angekündigte Aktualisierung der Durchführungsbestimmungen der Welterbekonvention“.
Der nächste Weltkongress der Organisation der Welterbestädte findet im Jahr 2011 in der Stadt Sintra (Portugal) statt.

