Historischer Moment am Frankenkronwerk: Carl-XII.-Denkstein kehrt an seinen Platz zurück
Stralsund-schwedische Geschichte
Der Denkstein Carls des XII., ein bedeutendes Geschichtszeugnis unserer Stadt, unübersehbar an prominenter Stelle am Frankenkronwerk angebracht, ist überregional bekannt. Besondere Aufmerksamkeit genießt dieser Stein vor allem bei unseren schwedischen Gästen, die damit an ihre eigene Geschichte und ihren großen König Carl XII. erinnert werden.
Die schwedische Inschrift lautet dabei: „Sweriges konung Carl den XII. hade här sit vanliga 'natläger dä Stralsund belägrades af 3 konungar frän den 19. Octob. til den. 22. Decbr. 1715.“,
was übersetzt heißt: „Schwedens’ König Carl XII. hatte hier sein gewöhnliches Nachtlager, als Stralsund‚ von drei Königen belagert wurde vom 10. Oktober bis zum 22. Dezember 1715.”
Dieser Stein erinnert an den Aufenthalt des schwedischen Königs im Jahr 1715 und wurde wenig später in der Nähe seines einstigen Nachtlagers im Frankenkronwerk angebracht. Nach Umbaumaßnahmen gelangte der Stein später ins Rathaus und wurde 1849 an die heutige Stelle angebracht, wo er am 27. September 1849 feierlich eingeweiht wurde.
„Deputationen der Regierung, des Magistrats, des Schwedischen Konsulats, und die im Hafen befindlichen schwedischen Schiffskapitäne, Repräsentanten der Schützengilde, Offiziere und andere waren dazu eingeladen.“, so heißt es im Volksblatt für Neuvorpommern und Rügen an diesem Tag.*
„Stralsund hat harte Kämpfe mit äußeren Feinden bestanden. Ich erwähne nur die Belagerung von 1628, wo sich Wallenstein vermaß, Stralsund zu erobern, und wenn es mit Ketten an den Himmel geschlossen wäre, die zähe Tapferkeit der Bürger ihn dennoch zurückschlug.“, sagte General v. Wrangel am Beginn seiner damaligen Rede anlässlich der Wiedereinsetzung des Denksteins Carls XII. und hob damit die besondere historische Bedeutung dieses Steins an gerade dieser Stelle hervor.

Denkstein vor der Sanierung
Seit dieser Zeit blieb der Stein bis heute Kriegen, Witterungseinflüssen und allgemeinem Verfall ausgesetzt, sodass eine grundlegende Sicherung und Restaurierung anstand. Dies war Anfang des Jahres 2023 der Fall, als das gesamte Gebäude des Frankenkronwerks unter Einbeziehung des Außenmauerwerks saniert wurde. Dies bot Gelegenheit, auch den Stein selbst auszubauen, zu konservieren und seine Inschrift zu erneuern.
Am 20. August 2026 wurde nach Beendigung der Sanierungsarbeiten des Frankenkronwerks konnte nun auch der restaurierte Denkstein an seiner ursprünglichen Stelle wiedereingesetzt werden. Nach noch ausstehenden Restarbeiten wird er in Kürze schließlich in neuem Glanz erstrahlen.

Einbau des sanierten Denksteins für Carl XII.
Insgesamt kostete das ganze Vorhaben ca. 26.000 Euro. Das Bürgerkomitee „Rettet die Altstadt“ e.V. hat die Maßnahme mit 3.000,00 Euro gefördert.
Dipl. Restaurator Boris Frohberg (Berlin) sagt mit Blick auf die zurückliegenden Arbeiten: "Die Natursteinplatte aus schwedischem Kalkstein war stark geschädigt, deshalb stellten der Ausbau, die Konservierung und die statische Stabilisierung eine besondere Herausforderung dar. Gerade der Umgang mit den sichtbaren Spuren der Geschichte, wie den Einschusslöchern, war eine spannende Aufgabe für die Fachleute.“
Burkhard Kunkel, bei der Stadt Beauftragter für Kunst- und Kulturbesitz hebt hervor: „Der Denkstein am Frankenkronwerk, der an den Aufenthalt des Königs Carl XII. von Schweden in Stralsund im Jahr 1715 erinnert, stellt ein bedeutendes Zeugnis unserer Erinnerungskultur dar, das im öffentlichen Raum nicht nur bei den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt, sondern vor allem bei unseren schwedischen Gästen eine hohe Aufmerksamkeit genießt. Er befindet sich im Frankenkronwerk an einem historischen Ort und gilt als besonderes Wahrzeichen der deutsch-schwedischen Geschichte der Hansestadt Stralsund.“
_________________________________________
*„Ein weiterer Kreis von Soldaten und Zuschaueren umgab den Grund einer am Frankentore neu zu erbauenden Caponiere, in welchem der mit Blumen geschmückte Stein eingemauert werden sollte; um ihn standen die Ingenieure, Maurer, Deputationen und sonst geladene ihm gegenüber auf einer Höhe stand ein Musikcorps…“Volksblatt für Neuvorpommern und Rügen, Nr. 41, Mittwoch, 10. Oktober 1849, S. 1.