Meldung vom 04.07.2026

Erbe bewahren, Zukunft bauen – Tagung der AG Historische Städte in Görlitz

Die Arbeitsgemeinschaft Historische Städte tagte vergangene Woche vom 2. bis 3. Juli 2026 in Görlitz, um Strategien für nachhaltige Stadtentwicklung, Infrastruktur und Denkmalschutz anhand derzeitig laufender Projekte in Görlitz zu diskutieren.

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Im Fokus standen dabei unter anderem die Sanierung der alten Sporthalle an der Cottbusser Straße sowie der Neubau der 5. Oberschule als Clusterschule.

Ein besonders spannendes Projekt, das innerhalb der Arbeitsgemeinschaft auf große Anerkennung stieß, war die Weiterentwicklung des ehemaligen Güterbahnhofs. Nach der erfolgreichen Etablierung der Waldorfschule sowie der Entwicklung des Brautwiesenparks und der Nahwärmezentrale EEQ1+ wird nun ein weiterer Meilenstein umgesetzt: Ein Teil des historischen Gebäudes wird zunächst als Interimsspielstätte für das Gerhart-Hauptmann-Theater umgenutzt und anschließend dauerhaft als Aula und Sporthalle der Waldorfschule genutzt. 
 
Besonders deutlich wurde das Potenzial der Innenstadtentwicklung ebenfalls durch einen Besuch in der Conrad-Schiedt-Straße. Dort entsteht nach erfolgreichem Abschluss eines Bebauungsplanverfahrens in den denkmalgeschützten Hallen des ehemaligen Waggonbaus ein neuer REWE-Markt. Gemeinsam mit der Bauleitung und Vertretern des Unternehmens konnten die Tagungsteilnehmenden die Baustelle besichtigen und sich über die Chancen und Herausforderungen der Nachnutzung historischer Bestandsgebäude innerhalb der Stadt austauschen.
 
Ein kultureller Höhepunkt der Tagung war der Besuch des 30. Internationalen Straßentheaterfestivals ViaThea, das die Verknüpfung von lebendiger Stadtkultur und historischer Raumnutzung unterstrich. 
 
Die Arbeitsgemeinschaft bekräftigte die Bedeutung einer nachhaltigen und qualitätsvollen Stadtentwicklung in historischen Stadtzentren. Der regelmäßige Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedsstädten trägt dazu bei, erfolgreiche Lösungen zu teilen, gemeinsame Herausforderungen zu bewältigen und die Interessen historischer Städte gegenüber Bund und Ländern geschlossen zu vertreten.


Weitere Informationen 
Die 1973 gegründete Arbeitsgemeinschaft verbindet sechs historische Städte, die sich theoretisch wie praktisch mit einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Stadtentwicklung beschäftigt und sich dabei die Frage stellt, wie das historische Erbe mit den Anforderungen der Moderne in Einklang gebracht werden kann.

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Website der AG Historische Städte: www.ag-historische-staedte.de
 
Weitere bedeutende Vorhaben, die zur Entwicklung der Görlitzer Innenstadt West im Rahmen der Tagung vorgestellt wurden, sind die Projekte zur Aufwertung des Brautwiesenplatzes und der Spremberger Straße mit Ersatzpflanzungen und einer teilweisen Erneuerung der Infrastruktur sowie das Bauprojekt Skatepark an der Weißen Mauer. Zusätzlich wurden Themen wie das Gesamtverkehrskonzept 2035+, die Fusion der Verkehrsverbünde ZVON/VVO und TRANSEURO+ vorgestellt. 
 
Die AG tagte im Landratsamt und erhielt zum Abschluss ihres Aufenthaltes eine Führung durch den Gebäudekomplex. Die umfassende Sanierung und Umnutzung von Wohngebäuden für die Nutzung des Landratsamtes sowie dessen Erweiterungsanbau beeindruckte mit der Vereinbarkeit von Denkmalerhalt, Funktionalität und ästhetischem Anspruch. 

Quelle: AG Historische Städte